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»Vielfalt und Respekt – Da bin ich offen für alles.«

Dieses Modul umfasst fünf Methoden. Übergeordnetes Thema ist Respekt gegenüber der Vielfalt an Identitäten, Geschlechtern, sexueller Orientierungen, Beziehungsformen und Familienmodellen. Mit den unterschiedlichen Methoden können alters- und bedarfsgerecht Wissen vermittelt, die Selbstakzeptanz der Jugendlichen gestärkt und Vorurteile reflektiert werden.

Infomaterialien Vielfalt und Respekt

Zentrale Botschaften des Moduls:

Sei respektvoll – Vielfalt macht das Leben bunt.

Überprüf deine Meinung – Vorurteile können andere verletzen.

Sei, wer du sein willst – Freiheit ist ein gutes Gefühl.

Mach dich schlau – Geschlecht und sexuelle Orientierung sind vielfältig und können sich verändern.

Lerne dich kennen – Geschlecht hat viele Dimensionen, das eigene Empfinden zählt.

Respektiere andere – Erfahrungen und gewünschte Begriffe sind unterschiedlich.

Allgemeine Hinweise:

Hintergrundinformationen zur Vielfalt sexueller Orientierungen und zu geschlechtlicher Vielfalt sowie zum Schutz vor sogenannten »Konversionsbehandlungen« finden Sie auf liebesleben.de

Ich/Ich nicht

Mittels vorbereiteter Aussagen Position beziehen und Vielfalt in der Gruppe wahrnehmen.

Ziele der Methode

Vielfalt entdecken und konkretisieren

Jugendliche stärken, ihren Weg zu gehen

Für Mehrheiten- und Minderheitenverhältnisse sensibilisieren

Themen

Vielfalt, Meinungen, Akzeptanz, Mehrheiten und Minderheiten, Zugehörigkeiten, Normen, Ungleichheitsverhältnisse, Diskriminierung, Privatsphäre, Geheimnis, Coming-Out, Neugier, Fähigkeiten, Identität, Selbstbestimmung, Grenzen

Methodentyp

Positionsspiel, Kennenlern-Methode, Bewegungs-Methode

Dauer

Unterricht: 5–25 Minuten / Parcours: 5 Minuten

Materialien

2 Karten: »Ich«, »Ich nicht«

Eigenes Material

Ggf. Kreppband für das Aufhängen der Schilder oder für Bodenmarkierung

Ggf. noch eine Karte mit »Privatsache«

Vorbereitung

Karten an entgegengesetzten Seiten des Raums befestigen.

Fragen/Aussagen gruppengerecht auswählen. Mit niedrigschwelligen Fragen beginnen.

Ziel festlegen und Auswertungsfragen wählen

Hinweise zur Durchführung

Es wird ausreichend Platz zur Aufstellung benötigt. Je nach gewählten Aussagen für das Positionsspiel und Auswertungsfragen kann die Methode als niedrigschwellige Einstiegsmethode oder zur Sensibilisierung für gesellschaftliche Dominanzverhältnisse und Marginalisierungserfahrung eingesetzt werden. Wählen Sie den Fokus und die Fragen sensibel aus.

Generell gilt, Jugendliche haben unterschiedliche persönliche Grenzen und lügen ist erlaubt. Die Methode kann die Abwägung bei der Preisgabe persönlicher Informationen erfahrbar machen und soll das Recht auf Selbstbestimmung stärken.

Vielfalt erleben

Abstrakten Figuren(gruppen) Eigenschaften zuordnen und Klischees und Zuschreibungen kritisch hinterfragen.

Ziele der Methode

Vielfalt entdecken und konkretisieren

Jugendliche stärken, ihren Weg zu gehen

Zuschreibungen und Vorurteile hinterfragen

Themen

Vielfalt, Beziehungen, Persönlichkeit, Familie, Sexualität, sexuelle Orientierung, Identität, Kleidung, Geschlecht, Behinderung, Diskriminierung, Norme und Werte, Bildinterpretation, Medien, Wahrnehmung, Klischees, Vorurteile reflektieren, Zuschreibungen, vermeintliche Eindeutigkeiten hinterfragen

Methodentyp

Zuordnungsspiel

Dauer

Unterricht: 15–30 Minuten / Parcours: 15 Minuten

Materialien

12 Figuren-Karten

38 Eigenschafts-Text-Karten

14 Eigenschafts-Icon-Karten

Blanko-Karten

Vorbereitung

Personen- und Eigenschaftskarten sowie Durchführungsvariante gruppengerecht auswählen.

Hinweise zur Durchführung

Die Bilder nutzen sehr vereinfachte Darstellungen und Jugendliche werden zunächst aufgefordert, Zuschreibungen zu machen. Bei der Auswertung ist es von entscheidender Bedeutung, diese Zuschreibungen und vermeintlich Eindeutiges zu hinterfragen und normkritisch über Bilder und Vorurteile zu sprechen.

Vielfalt benennen – Gendi

Begriffe sexueller und geschlechtlicher Vielfalt mithilfe des Gendi-Schaubilds verschiedenen Kategorien wie Geschlechtsidentität, zugeschriebenes Geschlecht oder sexuelle Orientierung zuordnen.

Ziele der Methode

Begriffe sexueller und geschlechtlicher Vielfalt kennen

Verschiedene Dimensionen von Geschlecht unterscheiden

Ein Angebot für die Selbstverortung bekommen

Selbstbezeichnungen respektieren lernen

Themen

Geschlecht, Identität, sexuelle Orientierung, Geschlechtsausdruck, Selbstbezeichnung, Sprache, Begriffsklärung, Zuschreibung, gesellschaftliche Erwartungen, Geschlechteranforderungen, Vielfalt, Diskriminierung, körperliche Vielfalt, Personenstand, Coming-Out, Geschlechterrollen, Familie, verlieben, romantische Orientierung, Heteronormativität, Label; Zugehörigkeit

Methodentyp

Zuordnungsspiel

Dauer

Unterricht: 15–30 Minuten / Parcours: 10–15 Minuten

Materialien:

1 Plane mit Gendi-Schaubild (in verschiedenen Größen und als Arbeitsblatt)

5 Kategoriekarten: zugeschriebenes Geschlecht, Geschlechtsidentität, Geschlechtsausdruck, sexuelle Orientierung, romantische Orientierung

24 Begriffskarten

Blanko-Karten

Vorbereitung

Gendi-Modell je nach Gruppengröße auswählen, Begriffskarten, Reflexionsfragen und Durchführungsvariante auswählen.

Ggf. Klärung gängiger Begriffsdefinitionen, dem dahinterliegenden Verständnis von Geschlecht und Sexualität und gesellschaftlichen Normen in Bezug auf das Thema.

Hinweise zur Durchführung

Beachten Sie die Hinweise zur Grundhaltung und zu den Botschaften dieser Methode in der Methodenkarte. Achten Sie auf eine respektvolle Sprache und auf die Grenzen der Teilnehmenden. Die persönlichen Erfahrungen der Jugendlichen sollen nicht im Fokus stehen und Fremdoutings werden nicht toleriert. Signalisieren Sie Offenheit und bieten Sie Jugendlichen, die negative Erfahrungen mit Ihnen teilen, Unterstützung an. Verweisen Sie bei Bedarf auf Hilfsangebote.

Vielfalt ist aufregend – Hörstücke

Hörstücke mit Geschichten von Jugendlichen, die nicht heterosexuell oder cisgeschlechtlich sind, anhören und Verständnis entwickeln.

Ziele der Methode

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt kennen und verstehen

Respekt für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten entwickeln

Sexuelle Gefühle und deren Ausdruck als vielfältig wahrnehmen

Themen

Über Gefühle sprechen, sexuelle Orientierung, schwul sein, lesbisch sein, Coming-out, Beziehung, Freund*innenschaft, Geschlecht, genderfluid, nicht binär, verliebt sein, Queerfeindlichkeit, Sprache, sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Flirten, Dating, Party, Gemeinschaft, Unterstützung

Methodentyp

Hörstück, Murmelgruppen, Gruppengespräch

Dauer

Unterricht: 10–30 Minuten / Parcours: 10 Minuten

Materialien

Hörstücke à 90 Sek. zum Anhören

3 Karten mit dem Sprechtext

Beratungs-Karte

Eigenes Material

Technische(s) Gerät(e) mit Internetverbindung, Kopfhörer oder Lautsprecher

Vorbereitung

Hörstück und zu vertiefende Themen auswählen.

Technische Voraussetzungen klären: Internetzugang, Lautsprecher oder Endgeräte mit Kopfhörern für die Jugendlichen.

Für Jugendliche mit Hörbeeinträchtigung die Textkarten vorbereiten.

Schulische Ansprechpersonen, lokale Beratungsstellen und queere Jugendangebote kennen und vermitteln können.

Hinweise zur Durchführung

Da es bei dieser Methode um sehr persönliche und sensible Erfahrungen geht sind eine respektvolle Atmosphäre und inklusive Sprache wichtig. Verdeutlichen Sie, dass die Personen nicht stellvertretend für alle schwulen, lesbischen oder genderfluiden Jugendlichen sprechen. Versuchen Sie, die Jugendlichen für Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu sensibilisieren, aber auch geteilte Erfahrungen und Gefühle zu fokussieren. Bieten Sie auch queeren Jugendlichen positive Lernerfahrungen.

Verweisen Sie auf das kostenlose und anonyme Beratungsangebot der BZgA.

Hörspiel 1

Ein schwuler Jugendlicher macht sich mit seinem Freund Gedanken zum gemeinsamen Coming-out.

Hörspiel 2

Eine lesbische Jugendliche überlegt, wie sie eine Person kennenlernen kann, die genauso fühlt wie sie.

Hörspiel 3

Ein*e genderfluide*r Jugendliche*r beschreibt, wie sie*er sich selbst wahrnimmt.